Freitag, 4. Februar 2011

Russland bleibt in der Ölförderung Nummer eins der Welt

Die Ölförderung in Russland hat in diesem Jahr wieder ein Rekordhoch erreicht. Das Land will die Fördermengen weiterhin ausweiten. Branchenkenner sagen allerdings Einbrüche in der Ölproduktion voraus. Grund: Die Unternehmen sind wegen einer zu hohen Steuerbelastung und einer widersprüchlichen Steuerpolitik der Regierung verunsichert und investieren viel zu wenig Geld in die Erschliessung neuer Ölfelder.

Die Ölpumpen im Riesenreich laufen heiss schreibt Roman Schell in der Zeitung MDZ 2010-12-23. Mehr als zehn Millionen Barrel Rohöl pro Tag bringen sie an die Erdoberfläche. Und das Potenzial an Ölressourcen bleibt enorm. Auch in diesem Jahr ist Russland Spitzenreiter in der Rohölförderung weltweit. 2009 förderte das rohstoffreiche Land 494 Millionen Tonnen Rohöl und überholte zum ersten Mal seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion den Branchenprimus Saudi-Arabien im Öl-Export. Die OPEC hatte wegen sinkender Ölpreise die Fördermengen gesenkt. Russland schloss sich dieser Strategie nicht an. 2010 hat das Land die Fördermengen noch einmal um etwa 2,3 Prozent erhöht.

Die Regierung drückt also weiterhin aufs Tempo. Im Staatshaushalt klaffen Riesenlöcher. Russland ist nach wie vor auf den Öl-Export angewiesen. Die Einnahmen durch Rohstoff-Ausfuhren betragen mehr als 40 Prozent des Staatsbudgets. Russland treibt die Erschliessung neuer Energiemärkte voran und will noch in diesem Jahr mit Lieferungen nach China beginnen. 15 Millionen Tonnen Öl im Jahr sind vereinbart, bis zu 50 Millionen Tonnen sind möglich.
Vizechef des grossen russischen Ölkonzerns Lukoil, Leonid Fedun schreibt über dramatische Warnung aus Russland: Die Erdölproduktion in Russland hat ihren Höhepunkt erreicht. Er sagte der "Financial Times, dass einen höheren Betrag werde er "in diesem Leben" wohl nicht mehr sehen, ". Mit anderen Worten: Ab jetzt geht es mit der Fördermenge bergab. Die Einschätzung sorgte an den Märkten für Unruhe. Der Ölpreis kletterte in New York auf ein neues Rekordhoch von mehr als 113 US-Dollar pro Barrel.
Es ist das erste Mal in diesem Jahrzehnt, dass Russland weniger Öl produziert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Förderung um ein Prozent zurück. In den Jahren zuvor war die russische Ölproduktion zum Teil noch zweistellig gewachsen.

Doch Experten bezeichnen die Erhöhung der Fördermenge als „gefährlich“. „Wir fördern viel mehr, als wir uns leisten können – wenn wir auf Dauer so viel wie die anderen produzieren wollen“, sagt der Branchenkenner Dmitrij Alexandrow von der Investmentgesellschaft UNIVER-Capital. Die meisten der gegenwärtig genutzten Ölfelder haben ihren Zenit erreicht oder schon überschritten. Und die Ölfirmen investieren zu wenig Geld in die Erschliessung neuer Ölfelder. Die hohe Steuerbelastung hemmt die Lust an der Expansion. „Die Unternehmen sind gezwungen, für relativ kleine Gewinne zu arbeiten. Keine einzige Ölfirma tätigt genug Investitionen in neue Projekte. Bei der hohen Besteuerung hat man ja auch gar nicht genug freie Mittel dafür“, sagt Alexandrow.

Darüber hinaus dürften Rosneft und Co. von der Steuerpolitik der Regierung irritiert sein. Das Kabinett hatte in diesem Jahr zunächst angekündigt, die Exportsteuern für Ölprodukte zu erhöhen. Kurz darauf begann die Regierung, Steuererleichterungen einzuführen. Dieses Vorgehen verunsichere die gesamte Ölbranche, so Dmitrij Alexandrow. „Man braucht für die Erschliessung eines Ölfeldes etwa sieben Jahre. Die Firmen wissen aber nicht, wie es in vier Jahren mit der Steuerbelastung aussehen wird, deshalb zögern sie.“ Die angestrebten hohen Fördermengen scheinen in dieser Hinsicht illusorisch. Dabei braucht Russland weiterhin viel Geld aus den Rohstoffexporten. Der Staatshaushalt ist darauf angewiesen. Die Ausgaben, besonders die für das Sozialwesen, kennen nämlich auch nur eine Richtung – nach oben.

Die Übersetzungen der weiteren Informationen über Ölförderung in Russland können Sie bei den Übersetzungscenter Leikin anfordern.

oder beim
Business Support Center SCHWEIZ-RUSSLAND
www.uebersetzungen-rus.ch





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